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Höhepunkt der Biathlon Saison 2010/2011 war aus deutscher Sicht sicherlich die überragende Leistung der Biathletinnen um Schlussläuferin Magdalena Neuner bei der bei der 44. Biathlon-WM in Chanty-Mansijsk, die für sie mit Gold und für das deutsche Team mit dem Sieg in der Nationenwertung gekürt wurde.
Zuvor war bereits Tina Bachmann äußerst erfolgreich, als sie mit WM-Silber beim Biathlon-Klassiker über 15 Kilometer überraschte und Sprint-Weltmeisterin Magdalena Neuner auf dem fünften Platz hinter sich ließ.
Und die Zeichen für die Zukunft sind ebenfalls verheißungsvoll: Ricco Groß und Gerald Hönig werden wohl auch in der neuen Biathlon-Saison als Trainer für die deutschen Skijägerinnen zur Verfügung stehen, was vor allem bei den deutschen Biathletinnen um Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Miriam Gössner sehr gut ankommt - geht ihm doch sein Ruf als "Frauenversteher" voraus.
Aber auch die Männer waren in Chanty-Mansijsk erfolgreich: Der 23-Jährige Arnd Peiffer aus Clausthal-Zellerfeld gewann bei der Biathlon-Weltmeisterschaft den Sprint-Titel mit nur einem Schießfehler vor dem Franzosen Martin Fourcade und Weltcup-Spitzenreiter Tarjei Bö.
Geschichte schrieb aber einmal mehr der "Kannibale" Ole Einar Björndalen (37): Mit dem Gewinn der Goldmedaille mit der norwegischen Mixed-Staffel ist er der Erste, der in allen WM-Disziplinen als Sieger hervor ging. Sein 15. WM-Gold ist für den Norweger die letzte WM-Medaille, die ihm noch gefehlt hatte.
Im Rahmen des Weltcup-Finales in Oslo wurde er folgerichtig mit der Holmenkollen-Medaille ausgezeichnet. Diese große Ehre wurde aber auch zwei deutschen Biathleten zu Teil: Andrea Henkel und Michael Greis erhielten ebenfalls die seit 1895 vergebene Auszeichnung als die höchste, die in Norwegen für sportliche Leistungen im Skisport verliehen wird.
Nicht ganz so euphorisch muß der Ausgang des Gesamt-Weltcups in Oslo für die deutschen Biathleten beschrieben werden, obwohl dreimal WM-Gold und zweimal WM-Silber in Chanty-Mansijsk ja wohl mehr als darüber hinweg trösten:
Beim Verfolgungsrennen war Michael Greis als Achter bester Deutscher, den Sieg holte sich der Norweger Emil Hegle Svendsen. Bei den Damen ergatterte dagegen die kränkelnde Magdalena Neuner in letzter Sekunde die kleine Kristallkugel für die beste Biathlon-Sprinterin.
Auf Herren-Seite erzielte Andreas Birnbacher am berühmten Holmenkollen seinen Premieren-Erfolg im Weltcup-Zirkus. Das letzte Weltcuprennen der Saison 2010/2011 gewann dagegen der norwegische Biathlon-Olympiasieger Emil Hegle Svendsen:
Beim Finale in Oslo setzte er sich im Massenstart nach 39:07,6 Minuten trotz zweier Schießfehler im Zielspurt vor dem Russen Jewgeni Ustjugow durch.
Was sonst noch erwähnenswert ist:
- Der Deutsche Wolfgang Pichler, bisheriger Trainer der schwedischen Biathlon-Damen, entschied sich drei Jahre vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi nach Russland zu wechseln.
- Rund 30 000 Zuschauer feierten bei angenehmen Frühlings-Temperaturen im Schnee von Schalke die Akteure bei der World Team Challenge, die erstmals nicht im Winter ausgetragen wurde.
- Biathlet und Sechster im diesjährigen Gesamtweltcup Michael Greis will den rechtzeitigen Absprung vom Leistungssport nicht verpassen und sieht die Heim-WM 2012 in Ruhpolding als einen seiner letzten Höhepunkte.
- Der Biathlon-Weltverband IBU sieht gute Chancen für die Aufnahme der Mixed-Staffel ins olympische Wettkampfprogramm. Biathleten und Biathletinnen kämpfen seit 2005 gemeinsam in der Mixed-Staffel um WM-Medaillen, wobei die Frauen sechs Kilometer, die Männer 7,5 Kilometer zurücklegen müssen.
- Bei den Europameisterschaften im Südtiroler Ridnaun avancierte Biathletin Juliane Döll mit Siegen in allen drei Einzelwettkämpfen zur überragenden Teilnehmerin. Nach ihrem Sieg im Sprint gewann sie auch souverän das abschließende Verfolgungsrennen über zehn Kilometer. Zuvor hatte die 24 Jahre alte Oberhoferin bereits das Einzelrennen über 15 Kilometer gewonnen und war mit der deutschen Staffel auf den dritten Podestplatz geklettert.
- Für Magdalena Neuner stand am Ende einer äußerst erfolgreichen Saison auch ohne Weltcup-Gesamtsieg fest, dass nun erst mal "Gesundwerden, noch einmal «auf Schalke» laufen und dann endlich Ferien ohne Biathlon" Vorrang haben. Die zehnmalige Weltmeisterin und erfolgreichste Biathletin der Welt besinnt sich nun erst einmal zurück auf ihr Privatleben - nicht jedoch ohne die Heim-WM in Ruhpolding in der nächsten Saison aus dem Visier zu verlieren!